Vides

..die Organisation, dies möglich macht!

Ich habe mich hier entschlossen für eventuelle zukünftige VolontärInnen ein paar Fakten zu Vides (eine Initiative der DonBosco Schwestern) zusammenzufassen, um euch die Wahl der richtigen Organisation ein bisschen zu erleichtern. Da ich als Schülerin praktisch kein Geld zur Verfügung hatte, war ich auf der Suche nach einer möglichst billigen Möglichkeit ein Auslandsjahr zu absolvieren. Gleichzeitig war es mir jedoch zu riskant auf gut Glück nach Afrika abzuhauen, ich wollte nicht in Europa bleiben und ich wollte etwas Sinnvolles machen.

Dadurch fielen für mich sämtliche "Leistung-Gegenleistung"-Organisationen, die zwar die Reise gänzlich organisieren, jedoch dementsprechende Bezahlung erwarten. Zusätzlich werden hierbei oft Sprachkurse, Ausflüge, eigene Einrichtungen für Volontäre vor Ort oder sonstige Extras angeboten. Diese klingen zwar verlockend, aber auf mich wirkte das Gesamtpaket dadurch eher wie ein gekünstelter Abenteuerurlaub als eine echte Chance aktiv werden und mit den Menschen leben zu können. Das ist allerdings nur meine persönliche Einstellung dazu und soll nicht bedeuten, dass ich diese Art zu reisen nicht als empfehlenswert empfinde, sondern nur erklären, warum sie für mich keine Option darstellten.

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Anfangs war Vides für mich einfach DIE Chance ohne große Kosten eine andere Kultur und neue Menschen fernab der Heimat kennen zu lernen. Inzwischen bin ich mir einfach zu 100% sicher, dass es die richtige Entscheidung war, diese Reise über diese Organisation zu planen. Zu Beginn konnte ich die verpflichtenden Vorbereitungstermine nur mit Stress verbinden, doch jedes Mal erfuhren wir wieder viel Interessantes, lernten uns untereinander besser kennen und von Stress war keine Rede mehr. Ohne die vielen Gespräche, Rollen- und Gruppenspiele, Workshops, Erfahrungsberichte,.. würde ich mich jetzt lang nicht so sicher fühlen und wäre wahrscheinlich mit der Situation noch viel mehr gefordert (oder eher überfordert) als ich es sowieso schon bin.

Allgemein

Das Volontariat bei Vides dauert 6-12 Monate und beginnt meistens im Herbst. Prinzipiell besteht die Möglichkeit eines Einsatzes nach Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien. Du kannst natürlich deine Interessen  wo es hingehen soll bekanntgeben, jedoch kann nur in Länder/ Städte vermittelt werden, in denen ein DonBosco-Projekt am Laufen ist für das Volontäre gesucht werden. Weiters wird kein Volontär in ein Krisengebiet geschickt oder in ein Land dessen Sprache er nicht beherrscht (Sommerkurse werden dabei meist als zu kurz angesehen, du willst dich doch in deinem Einsatzland auch halbwegs verständigen können).

Wichtig: Mit Vides kann man auch den Auslandszivilersatzdienst machen.

Leben in der Gemeinschaft

Deine Aufgaben können sehr variieren. Da sich der Orden der DonBosco-Schwestern verstärkt um Kinder und Jugendliche (nach dem Vorbild Don Boscos) annimmt, liegt es nahe, dass du auch im Einsatzland mit jungen Menschen arbeiten wirst. Du wirst je nach Projekt und deinen persönlichen Interessen und Fähigkeiten als Betreuerin, Lehrerin, musikalisch (Gitarren- oder Singstunden,..), administrativ oder im Oratorium (vgl. Jungschar) mithelfen. Hinzu kommt die Organisation und das Mitfeiern bei Festen, die einen sehr hohen Stellenwert haben und oft und ausgiebig gefeiert werden und natürlich können auch Hausarbeiten wie Kochen, Putzen oder Wäsche waschen für dich anfallen.

Dir muss allerdings klar sein, dass du in einer christlichen Gemeinschaft arbeitest und lebst und du diese auch in deiner Freizeit vor Ort repräsentierst, was bedeutet du musst dich auch an gewisse Regeln halten. Du wirst dich an einen fixen Tagesablauf halten und bei Sonntagsgebeten, sowie Gebeten, die mit den Kindern/ dem Volk gemeinsam abgehalten werden dabei sein.

Vorbereitung

Die Vorbereitung gilt als Voraussetzung für dein Auslandsjahr. Wichtig ist, dass du dich früh genug informierst, damit du bereits beim Infotreffen (im Herbst, 1 Jahr vor deinem Einsatz) dabei sein kannst, da eine gute Vorbereitung natürlich auch Zeit in Anspruch nimmt. Dabei kommst du mit Gleichgesinnten ins Gespräch, kannst dich mit ehemaligen Volontären austauschen, bekommst Informationen zur Organisation, zum Orden und zu deinem Einsatz und kannst dich optimal auf das Jahr einstellen. Konkret waren das folgende Termine:

Informationstag:

Dabei bekamen wir Allgemeines zu Kosten und Ablauf des Einsatzes zu hören. Es wäre allerdings gut, wenn ihr euch schon vorab über diese und andere Organisationen informiert, um euch im Klaren zu sein, was ihr wirklich wollt und ob ihr noch konkrete Fragen habt, da ihr euch schon bald darauf entscheiden solltet, ob ihr auch wirklich dabei sein wollt (kleine Hilfe: JA, ihr wollt)

1. & 2. Wochenende: 

Im Frühjahr finden dann zwei Wochenenden statt, bei denen ihr euch in der Gruppe besser kennen lernt und zusammenlebt. Das sind zwei wirklich interessante Wochenenden, bei denen ihr mit Situationen, wie ihr sie erleben könnt konfrontiert werdet.

Praxis

Um ein bisschen ins Geschehen einzuschnuppern, machst du vorab ein zwei-wöchiges Praktikum in einem Projekt der DonBosco-Schwestern in Österreich. Ich war in Klagenfurt in einem Kindergarten und es war ein wirklich tolles Erlebnis. Nicht allein der Kindergarten sind mir gut in Erinnerung, sonder die Gemeinschaft mit den Schwestern, die wie ein kleines, lustiges Völkchen gemeinsam beten und arbeiten und einfach zufrieden in den Tag hineinleben. Es war interessant mit den Schwestern intensive Gespräche zu führen und auch einfach so nach dem Essen oder beim Kirschen pflücken ein bisschen dahinzuplaudern.

Entwicklungspolitische Woche

Anfang Juli machten wir eine Woche lang mit den "Volontariat bewegt"-Schützlingen Programm. VoloB ist eine Organisation der Salesianer Don Boscos und Jugend eine Welt. Wir waren durchgehend mit verschiedenen Workshops zu unterschiedlichen, interessanten und vor allem projektrelevanten Themen beschäftigt. Durch die meist sehr interaktiv gestalteten Vorträge schafften wir es auch nach etwas kürzeren Nächten wach und aktiv dabei zu sein. Das Highlight dieser Woche war der Länderabend, bei dem wir mit (ehemaligen) Einwohnern unserer Einsatzländer traditionell afrikanisch speisten.

Sendungsfeier

Das letzte gemeinsame Event wird für uns die Sendungsfeier, bei der wir uns noch gebührend verabschieden können, bevor wir in die Welt hinausströmen, jeder in ein anderes Projekt in einem anderen Land.

Kosten

Hier eine kleine Aufstellung davon, welche Kosten für mich angefallen sind. Diese sind natürlich nur ein ungefährer Richtwert.

Flug:                 1.100,- €
Visum:                 340,- €
Versicherung:         45,- € pro Monat
Vorbereitung:       215,- €
Impfungen:           250,- €

Zusätzlichen fallen noch Kosten vor Ort (für Internetcafés, Ausflüge, Taxis,..) bzw. vor Abflug für Kleidung, Reiseapotheke und andere wichtige Dinge (Moskitonetz, Armbanduhr, Adapter,..) an.

Zu beachten ist, dass die Möglichkeit einer Familienbeihilfe grundsätzlich nicht gegeben ist, du kannst dich jedoch in deiner Pfarre, im Dekanat oder der Diözese informieren, ob eventuelle Förderungen für derlei Zwecke vorgesehen sind.

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