Sonntag, 12. Oktober 2014

la joie

Negativ-Nachrichten aus Afrika? - Nicht bei mir!
..zumindest nicht bei mir persönlich..

Ich darf mich zwar noch nicht Eingeborene nennen, aber zumindest habe ich es jetzt zu meinem ersten traditionellen Outfit und einem funktionierenden Mobiltelefon geschafft. Ersteres besteht aus Bomba und Pantalon und sieht schon mal ganz nett aus, mal so zum Ausprobieren, als Nächstes steht Pagne als Rock an und natürlich ein Kleid! Zweiteres war gar nicht so einfach. Als ich es letztendlich doch geschafft hatte, mir ein Handy zu besorgen, stellte ich fest, dass das Aufladekabel nicht für die béninischen Steckdosen funktioniert (Man beachte, ich habe das Handy in Bénin gekauft, im selben Ort, in dem ich es auch aufladen wollte). Soweit so gut, ein kleiner Zusatz gekauft und alles im Butter – ich bin mobil!

Eine weitere Freude im Maison de Soleil (Haus für minderjährige Mütter) – Zwillinge! Sie sind zwar jetzt schon ein Monat alt, aber waren bis jetzt im Krankenhaus. Sie wiegen derzeit leider nur 2kg, aber sie sind auf einem sehr guten Weg und trinken brav. Sie sind so federleicht und doch schon so stark, wenn sie sich mit ihren kleinen Händchen an meinem Finger festhalten wollen, zum dahinschmelzen, die Kleinen!

Freude, die Vierte.. ich glaube, ich bin schon ein bisschen brauner geworden (nur so nebenbei)

In Toyoyomey fand diese Woche der jährliche Wechsel statt, was bedeutet, meine Nachmittagsgruppe wurde in die öffentliche Schule geschickt und ich bin ab jetzt für die bisherige Vormittagsgruppe (3-5 Jahre) verantwortlich. Prinzipiell funktioniert das ganz gut und die Kleinen sind echt super, allerdings habe ich einen kleinen Mangel was französische, sinnvolle, lehrreiche Lieder/ Spiele angeht (Vorschläge?), aber ich versuche mich im Übersetzen, Umdenken, „umadumwuaschtln“ und daun wiad des schau!

Ein Erlebnis für sich stellte der Besuch im Einkaufszentrum Cotonou dar. Es ist auf einmal alles wie in einer anderen Welt.. Regale, fixe Preise, reiche Menschen mit Einkaufskörben, unfreundliche Bedienung,.. Allerdings wusste ich wieder, dass ich in Bénin bin, als die Kassierin zu wenig Wechselgeld hatte.

Nicht nur für die Schüler beginnt jetzt das neue Jahr. Auch unsere Aspirantinnen begingen am Dienstag ihren Wechsel ins Postulantinnenleben und am Mittwoch wurden die neu angehenden Schwestern als Aspirantinnen „angelobt“. Dies erfolgt im Zuge einer Andacht in kleiner Runde und ist eigentlich wirklich schön. Die Aspirantinnenfeier wurde klein gehalten, bei der Feier der Postulantinnen wurde jedoch groß aufgekocht und mit TamTam und Gesang durch den Speisesaal getanzt.

Freitag machten wir uns wieder einen gemütlichen Abend. Ein Kniffelabend mit unserer béninischen Mitvolontärin Perpetue. Samstag gings nach eine kulturtouristischen Nachmittagsprogramm mit Kunstausstellung und Kaffehausbesuch (in dem ich mir ein Glas Naturjoghurt bestellte, was hier definitiv normal ist) wieder ins Facebook (Bar, wie gehabt). In größerer Gruppe war das Ganze gleich noch einmal ein bisschen interessanter und wir schafften es sogar mehrmals auf die Tanzfläche.

Heute war großes Feiern angesagt. Jean Bosco feiert seinen 200. Geburtstag (is jo do schau a weng wos!) und wir feiern natürlich mit! Dieser Sonntag eröffnete das Jahr der Feierlichkeiten mit einer Parade vom stade de l'amitié bis zur Kirche. Dies erfolgte tanzend mit schwungvoller Fanfarenmusik. Danach einen 2,5-stündige Messe, die zwar wunderschön gestaltet war, aber wenn man kaum ein Wort versteht ist es doch etwas lang. Aber man merkt, Don Jean Bosco wird man nicht so schnell vergessen, schon gar nicht dort, wo Schwestern und Brüder seinem Vorbild folgen und mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

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