Negativ-Nachrichten aus Afrika? - Nicht
bei mir!
..zumindest nicht bei mir persönlich..
Ich darf mich zwar noch nicht
Eingeborene nennen, aber zumindest habe ich es jetzt zu meinem ersten
traditionellen Outfit und einem funktionierenden Mobiltelefon
geschafft. Ersteres besteht aus Bomba und Pantalon und sieht schon
mal ganz nett aus, mal so zum Ausprobieren, als Nächstes steht Pagne
als Rock an und natürlich ein Kleid! Zweiteres war gar nicht so
einfach. Als ich es letztendlich doch geschafft hatte, mir ein Handy
zu besorgen, stellte ich fest, dass das Aufladekabel nicht für die
béninischen Steckdosen funktioniert (Man beachte, ich habe das Handy
in Bénin gekauft, im selben Ort, in dem ich es auch aufladen
wollte). Soweit so gut, ein kleiner Zusatz gekauft und alles im
Butter – ich bin mobil!
Eine weitere Freude im Maison de Soleil
(Haus für minderjährige Mütter) – Zwillinge! Sie sind zwar jetzt
schon ein Monat alt, aber waren bis jetzt im Krankenhaus. Sie wiegen
derzeit leider nur 2kg, aber sie sind auf einem sehr guten Weg und
trinken brav. Sie sind so federleicht und doch schon so stark, wenn
sie sich mit ihren kleinen Händchen an meinem Finger festhalten
wollen, zum dahinschmelzen, die Kleinen!
Freude, die Vierte.. ich glaube, ich
bin schon ein bisschen brauner geworden (nur so nebenbei)
In Toyoyomey fand diese Woche der
jährliche Wechsel statt, was bedeutet, meine Nachmittagsgruppe wurde
in die öffentliche Schule geschickt und ich bin ab jetzt für die
bisherige Vormittagsgruppe (3-5 Jahre) verantwortlich. Prinzipiell
funktioniert das ganz gut und die Kleinen sind echt super, allerdings
habe ich einen kleinen Mangel was französische, sinnvolle,
lehrreiche Lieder/ Spiele angeht (Vorschläge?), aber ich versuche
mich im Übersetzen, Umdenken, „umadumwuaschtln“ und daun wiad
des schau!
Ein Erlebnis für sich stellte der
Besuch im Einkaufszentrum Cotonou dar. Es ist auf einmal alles wie in
einer anderen Welt.. Regale, fixe Preise, reiche Menschen mit
Einkaufskörben, unfreundliche Bedienung,.. Allerdings wusste ich
wieder, dass ich in Bénin bin, als die Kassierin zu wenig
Wechselgeld hatte.
Nicht nur für die Schüler beginnt
jetzt das neue Jahr. Auch unsere Aspirantinnen begingen am Dienstag
ihren Wechsel ins Postulantinnenleben und am Mittwoch wurden die neu
angehenden Schwestern als Aspirantinnen „angelobt“. Dies erfolgt
im Zuge einer Andacht in kleiner Runde und ist eigentlich wirklich
schön. Die Aspirantinnenfeier wurde klein gehalten, bei der Feier
der Postulantinnen wurde jedoch groß aufgekocht und mit TamTam und
Gesang durch den Speisesaal getanzt.
Freitag machten wir uns wieder einen
gemütlichen Abend. Ein Kniffelabend mit unserer béninischen
Mitvolontärin Perpetue. Samstag gings nach eine kulturtouristischen
Nachmittagsprogramm mit Kunstausstellung und Kaffehausbesuch (in dem
ich mir ein Glas Naturjoghurt bestellte, was hier definitiv normal
ist) wieder ins Facebook (Bar, wie gehabt). In größerer Gruppe war
das Ganze gleich noch einmal ein bisschen interessanter und wir
schafften es sogar mehrmals auf die Tanzfläche.
Heute war großes Feiern angesagt. Jean
Bosco feiert seinen 200. Geburtstag (is jo do schau a weng wos!) und
wir feiern natürlich mit! Dieser Sonntag eröffnete das Jahr der
Feierlichkeiten mit einer Parade vom stade de l'amitié bis zur
Kirche. Dies erfolgte tanzend mit schwungvoller Fanfarenmusik. Danach
einen 2,5-stündige Messe, die zwar wunderschön gestaltet war, aber
wenn man kaum ein Wort versteht ist es doch etwas lang. Aber man
merkt, Don Jean Bosco wird man nicht so schnell vergessen, schon gar
nicht dort, wo Schwestern und Brüder seinem Vorbild folgen und mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten.
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